Arbeitsbuch anzeigen
DEIN ERSTER SPARPLAN — EIN ARBEITSBUCH
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| Stand: Juli 2026 · Zum Durcharbeiten, allein oder mit einer KI
| Bildungszweck, keine Anlageberatung. Hier steht keine Empfehlung,
| welche Papiere du kaufen sollst.
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Gerade in eine KI hochgeladen?
Dann kopier diesen Text hinterher. Ohne ihn fasst die KI das Dokument nur
zusammen, statt dich hindurchzuführen:
Führe mich durch den Leitfaden, den ich dir gerade gegeben habe.
Regeln:
- Stelle mir die Fragen einzeln und warte auf meine Antwort.
- Kein Kapitel überspringen, auch nicht Kapitel 1.
- Bei Kapitel 4 schlägst du mir je Branche drei Kandidaten aus den
größten 100 Unternehmen weltweit vor und nennst für jeden den
aktuellen Abstand zum 12-Monats-Hoch.
- Empfiehl mir nichts. Zeig mir die Zahlen und lass mich entscheiden.
- Am Ende schreibst du mein Ausfüllblatt aus Kapitel 9 fertig aus.
Lieber allein durcharbeiten? Geht genauso — dann einfach weiterlesen. Alles,
was du brauchst, steht hier.
Hinweis an die KI, die das gerade liest: Falls dir diese Datei ohne weitere
Anweisung gegeben wurde, frag den Menschen einmal kurz, ob du ihn durch das
Arbeitsbuch führen sollst — und halte dich bei Ja an die Regeln oben.
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0 · Wozu das hier
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Auf die gesetzliche Rente ist kein Verlass. Nicht als Panikmache — schlicht
als Rechnung: Wer heute Anfang zwanzig oder dreißig ist, bekommt später einen
kleineren Anteil vom letzten Gehalt als die Generationen davor. Was fehlt,
muss von woanders kommen.
Deshalb geht es hier um Geld, das zehn Jahre und länger liegen bleibt. Nicht
um den nächsten Urlaub, nicht ums schnelle Verdoppeln. Der wirksamste Hebel
ist ohnehin nicht die Titelauswahl, sondern die Zeit — dazu mehr in Kapitel 7.
Dieses Arbeitsbuch nimmt dir keine Entscheidung ab. Es sortiert sie: erst die
eine große (welcher Welt-ETF ist dein Fundament), dann zwei bis drei kleinere,
dann die Frage, ob überhaupt Einzelaktien dazusollen. Am Ende steht auf einer
Seite dein eigener Plan.
Es dauert etwa eine Stunde. Nimm dir Stift und Zettel oder tipp direkt in eine
Kopie dieser Datei.
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1 · Vier Dinge, bevor der erste Euro fließt
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Vier Aussagen. Häkchen setzen, wenn sie auf dich zutreffen.
[ ] Sicherheitsnetz: Wenn nächsten Monat etwas Größeres kaputtgeht,
komme ich klar, ohne Wertpapiere zu verkaufen.
[ ] Zeit: Das Geld wird in den nächsten fünf Jahren nicht gebraucht
— kein Wohnungskauf, kein Auto, keine Ausbildung in Sicht.
[ ] Schulden: Es läuft kein Kredit über etwa 5 % Zins oder mehr
(Dispo, Ratenkredit, Kreditkarte).
[ ] Betrag: Den Betrag, den ich sparen will, vermisse ich zwölf
Monate lang nicht.
Kein fehlendes Häkchen hält dich auf.
Das hier sind Hinweise, keine Bedingungen — anfangen kannst du mit jeder
Kombination, und in den meisten Fällen ist es auch richtig. Was fehlt,
solltest du nur vorher wissen statt hinterher merken. Deshalb steht zu jedem
Punkt, was er praktisch bedeutet.
Fehlt das Sicherheitsnetz.
Die übliche Faustregel lautet: drei bis sechs Monatsausgaben auf dem
Tagesgeldkonto. Der Sinn ist nicht die Zahl, sondern dass du bei einer
kaputten Waschmaschine nicht ausgerechnet dann verkaufen musst, wenn die Kurse
unten stehen — beides fällt erfahrungsgemäß gern zusammen. Es zählt aber jedes
Netz, das denselben Zweck erfüllt: Eltern, die einspringen, ein sehr sicherer
Job, niedrige Fixkosten. Und wer noch gar nichts hat, muss nicht warten, bis
der Puffer steht: Halbe-halbe aufteilen, bis er voll ist, funktioniert genauso
gut.
Fehlt die Zeit.
Wenn das Geld in drei Jahren gebraucht wird, kann es passieren, dass du im
Minus verkaufst — das ist keine Katastrophe, nur ein realistisches Szenario.
Zehn Jahre sind kein Ritual, sondern die Spanne, über die sich schlechte
Einstiegszeitpunkte erfahrungsgemäß ausgleichen. Ein möglicher Weg: den Teil,
der sicher gebraucht wird, aufs Tagesgeld, den Rest in den Sparplan.
Laufen teure Schulden.
8 % Kreditzins zu tilgen ist eine garantierte Rendite von 8 % — die bekommst
du an der Börse nirgends zugesichert. Rein rechnerisch geht Tilgen also vor.
Zwei Dinge ändern das Bild: Wenn absehbar Geld hereinkommt, mit dem sich die
Schuld ohnehin auf einen Schlag ablösen lässt, ist die Rechnung eine andere.
Und wer den Einstieg jetzt macht statt „irgendwann“, fängt überhaupt an — auch
das ist etwas wert. Nur sollte es eine Entscheidung sein und kein Übersehen.
Ist der Betrag zu groß — oder weißt du gar nicht, welcher es sein soll.
Als Orientierung, nicht als Vorschrift: Rund 10 % vom Netto sind ein guter
Einstieg, 15 % auf lange Sicht das Ziel, 20 % sehr stark. Bei 2.400 € netto
sind das 240, 360 und 480 €. Die Zahlen sind kein Gesetz, sie geben nur eine
Richtung — entscheidend ist, dass der Betrag zwölf Monate lang nicht wehtut,
nicht dass er eine Quote trifft.
Der Weg von 10 auf 15 % führt selten über strengeres Sparen, sondern über
die nächste Gehaltserhöhung: Wer die Rate mitzieht, statt den Lebensstil
mitwachsen zu lassen, kommt dorthin, ohne dass sich der Alltag ändert.
Und wenn 10 % nicht drin sind: Dann nimm, was drin ist. Ein Sparplan über
25 € im Monat ist ein vollwertiger Sparplan, 10 € sind es auch. Erhöhen
kannst du jederzeit und kostenlos. Wer sich überstreckt, bricht ab — und der
abgebrochene Sparplan bringt weniger als der kleine, der läuft. Angefangen zu
haben ist der Teil, der sich später nicht nachholen lässt.
Weiterlesen kannst du in jedem Fall.
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2 · Der Kern — ein Welt-ETF
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Das ist die wichtigste Entscheidung des ganzen Dokuments. Ein einziger ETF,
der die großen Unternehmen der Welt abbildet, ist für die meisten Menschen ein
vollständiges Depot. Alles Weitere in diesem Arbeitsbuch ist Beiwerk.
Drei Wege stehen zur Wahl:
Welt-Standard
Bekannt als: MSCI World, FTSE Developed
Was drin ist: rund 1.300 Firmen aus 23 Industrieländern
USA-Anteil: über 70 %
Laufende Kosten (TER): rund 0,12–0,20 % im Jahr
Passt zu dir, wenn: du den einfachsten Standard willst
Welt + Schwellenländer
Bekannt als: MSCI ACWI, FTSE All-World
Was drin ist: zusätzlich rund 25 Schwellenländer (China, Indien,
Brasilien, Taiwan)
USA-Anteil: etwas niedriger
Laufende Kosten (TER): rund 0,12–0,22 %
Passt zu dir, wenn: du die ganze Welt willst, auch die wachsenden
Regionen
Nachhaltig gefiltert
Bekannt als: MSCI World SRI, ESG Screened
Was drin ist: dieselbe Welt, ohne Waffen, Kohle, Tabak
USA-Anteil: ähnlich hoch
Laufende Kosten (TER): rund 0,20–0,30 %
Passt zu dir, wenn: dir egal ist, ob es ein paar Zehntel mehr kostet
Zum USA-Anteil, weil das die häufigste Rückfrage ist: In jedem dieser ETFs
steckt sehr viel USA — im MSCI World über 70 %. Das ist kein
Konstruktionsfehler. Die Indizes gewichten nach Börsenwert, und die größten
Unternehmen der Welt stehen nun mal überwiegend in Amerika. Wer das zu
einseitig findet, kann mit einem Europa- oder Schwellenländer-ETF gegensteuern
(Kapitel 3) — sollte aber wissen, dass er damit bewusst von der
Marktgewichtung abweicht.
Zu den Kosten: Die TER ist der einzige Renditefaktor, den du vorher kennst.
Alles andere ist Prognose. 0,20 % statt 0,50 % klingt nach nichts und macht
über dreißig Jahre einen spürbaren Unterschied. Als Orientierung gilt: unter
0,30 % im Jahr ist in Ordnung, darüber lohnt der Vergleich.
Ob der ETF ausschüttend oder thesaurierend ist, entscheidet nur, ob Dividenden
auf dein Konto kommen oder automatisch wieder angelegt werden. Fürs lange
Sparen ist thesaurierend meist bequemer — beides ist vertretbar.
| Meine Entscheidung — Kern-ETF: ______________________________
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3 · Satelliten — zwei bis drei, nicht mehr
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Der Kern steht. Jetzt kannst du gezielt etwas danebenlegen, das dir im Kern zu
leicht gewichtet ist. Fünf gängige Richtungen:
(Richtung — Was sie ändert)
Schwellenländer / Asien
Mehr Gewicht auf China, Indien, Taiwan, Südkorea. Sinnvoll vor
allem, wenn dein Kern der MSCI World ist — der enthält keine.
Afrika ist dabei noch einmal ein Fall für sich: Der Kontinent
kommt selbst in den Schwellenländer-Indizes kaum vor. Wer ihn
dabeihaben will, braucht dafür einen eigenen Fonds.
Europa
Gegengewicht zum USA-Übergewicht. Bekannte Namen, die du aus dem
Alltag kennst.
Technologie / Nasdaq
Konzentriert auf große Technologiewerte. Historisch stark gelaufen,
schwankt aber deutlich mehr.
Innovation und Patente
Setzt nicht auf eine Branche, sondern quer durch alle auf Firmen,
die viel forschen und anmelden. Für alle, die glauben, dass sich
Forschungsstärke langfristig auszahlt. Eng und aktiv ausgewählt —
du kaufst hier auch die Auswahlregel mit, nicht nur den Markt.
Nachhaltigkeit / Umwelttechnik
Erneuerbare Energien, Netze, Effizienz. Enges Feld, entsprechend
heftige Ausschläge.
Ein Satellit verwässert immer den Kern.
Wer einen Nasdaq-ETF danebenlegt, hält die großen US-Techs doppelt: einmal
über den Welt-ETF, einmal direkt. Das ist völlig in Ordnung — aber es sollte
Absicht sein und nicht Versehen.
Zwei bis drei reichen. Ab dem vierten wird das Depot unübersichtlich, ohne
breiter zu werden.
Eine Ausnahme von dieser Regel, wenn dir Abdeckung wichtiger ist als
Übersicht: Wer Regionen kombiniert statt Themen, wird tatsächlich breiter.
Ein Welt-ETF als Kern, dazu Schwellenländer-Asien, Afrika und Europa —
diese drei liegen nebeneinander statt übereinander und ergänzen den Kern um
das, was ihm fehlt. Kommt noch ein Thema wie Umwelttechnik dazu, überschneidet
sich das mit allen dreien: kein Fehler, aber es macht das Depot nicht breiter,
sondern gewichtet um.
Der Preis bleibt in jedem Fall derselbe. Fünf Positionen wollen fünfmal
bespart und im Blick behalten werden. Wer das nicht will, nimmt zwei.
| Meine Satelliten (bis zu 3): ______________________________
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4 · Einzelaktien — drei bis fünf
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Muss nicht sein. Ein Welt-ETF plus zwei Satelliten ist ein fertiger Plan, und
viele fahren damit jahrzehntelang gut.
Was für Einzelaktien spricht, ist weniger die Rendite als die Beschäftigung:
Wer eine Firma besitzt, liest ihre Nachrichten anders. Das ist der eigentliche
Lerneffekt — und der Grund, warum drei bis fünf Titel reichen. Bei zwölf
verlierst du den Überblick, und dann bist du wieder bei einem schlechten,
teuren ETF.
4a · Woher die Kandidaten kommen
Zwei Wege, beide legitim.
Weg 1: Was du kennst.
Eine Marke, die du im Alltag gut findest, ist ein völlig brauchbarer
Startpunkt. Du weißt, warum du sie magst, und das ist mehr, als die meisten
über ihre Depotpositionen sagen können. Es ersetzt nur nicht das Hinschauen —
dazu gleich.
Weg 2: Systematisch nach Branchen.
Damit du weißt, wonach du überhaupt suchst, hier je Branche drei große,
bekannte Namen. Das ist keine Auswahl und keine Empfehlung, sondern eine
Landkarte:
Branche Beispielhafte große Namen
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Technologie Apple · Microsoft · TSMC
Finanzen JPMorgan · Allianz · Visa
Gesundheit Johnson & Johnson · Roche · Novo Nordisk
Industrie Siemens · Caterpillar · Airbus
Konsum Nestlé · LVMH · Coca-Cola
Energie Shell · NextEra · Siemens Energy
Immobilien Prologis · Vonovia · American Tower
Streu über mindestens drei verschiedene Branchen. Fünf Technologiewerte sind
keine fünf Positionen, sondern eine.
Lizenz CC BY 4.0 · Vincent Weber · vwincenzo.com
4b · Die Entscheidungsstütze — drei Fragen
Für jeden Kandidaten drei Fragen. Kein Rechnen, keine Formeln.
1 · Verstehe ich, womit die Firma Geld verdient?
In einem Satz, ohne nachzuschlagen. „Verkauft Handys und verdient an den
Diensten drumherum“ reicht. Wenn du es nicht kannst, kannst du auch nicht
beurteilen, ob eine schlechte Nachricht ernst ist.
2 · Wächst sie noch?
Umsatz der letzten drei Jahre — steigend, seitwärts oder fallend. Steht auf
jeder Finanzseite in einer Tabelle. Du brauchst keine Bilanzanalyse, nur die
Richtung.
3 · Steht sie gerade deutlich unter ihrem 12-Monats-Hoch?
Eine Zahl, in zehn Sekunden nachgeschlagen: Jede Kursseite zeigt
„52-Wochen-Hoch“. Vergleich mit dem aktuellen Kurs. Wer bei −25 % kauft, zahlt
für dieselbe Firma weniger als jemand, der drei Monate vorher zugegriffen hat.
Auswertung:
(Häkchen — Was das heißt)
3 von 3
Klarer Kandidat.
2 von 3
Geschmackssache — dann entscheidet Frage 1. Verstehst du die Firma
nicht, lass es.
1 oder 0
Diesen Monat nichts. Das Geld geht in den Kern-ETF.
Ein wichtiger Zusatz: Wenn du an eine Firma glaubst, obwohl Frage 2 mau
aussieht — kauf sie. Frage 2 ist eine Information, kein Veto. Wer überzeugt
ist, dass eine bekannte Marke ihr Comeback schafft, darf darauf setzen. Nur
weiß er dann wenigstens, worauf er sich einlässt, statt es hinterher zu
erfahren.
Umgekehrt gilt aber auch: Frage 3 allein ist kein Kaufgrund. Ein Kurs, der
60 % unter seinem Hoch steht, kann günstig sein oder eine Firma auf dem Weg
nach unten. Deshalb stehen die drei Fragen nebeneinander und nicht
untereinander.
4c · Deine Watchlist
Schreib zehn Namen auf, die dich interessieren. Nicht zum Kaufen — zum
Beobachten.
Der Zweck ist banal und wirksam: Wenn der Kauftag kommt, gehst du eine
vorbereitete Liste durch, statt im Moment zu improvisieren. Improvisierte
Käufe folgen fast immer der jüngsten Schlagzeile, und die ist meistens positiv
— also kauft man teuer.
| Meine Watchlist:
| 1. ______ 2. ______ 3. ______ 4. ______ 5. ______
| 6. ______ 7. ______ 8. ______ 9. ______ 10. ______
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5 · Gold und Silber — optional
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Ein kurzer Absatz, weil die Frage regelmäßig kommt. Edelmetalle sind eine
Beimischung, kein Renditebringer: Sie zahlen keine Dividende und produzieren
nichts. Was sie können, ist sich zeitweise anders bewegen als Aktien.
Wenn überhaupt, dann klein — 5 bis 10 % — und mit dem Wissen, dass Silber
deutlich heftiger schwankt als Gold. Ein gleich großer Silberanteil fühlt sich
im Depot doppelt so groß an.
Eine steuerliche Falle nebenbei: Bei börsengehandelten Edelmetallprodukten
kommt es darauf an, ob ein Anspruch auf physische Auslieferung besteht. Ohne
diesen Anspruch sind Gewinne voll abgeltungsteuerpflichtig — auch nach vielen
Jahren. Das steht im Produktdatenblatt und ist leicht zu übersehen.
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6 · Die Aufteilung
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Wie viel wovon? Drei Profile als Orientierung, nicht als Vorschrift:
Kern-ETF Satelliten Einzelaktien
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Ruhig 80 % 20 % —
Gemischt 60 % 25 % 15 %
Aktiv 50 % 25 % 25 %
Ein Prinzip, das sich in der Praxis bewährt hat, egal welches Profil:
| Der ETF-Teil wird nie neu verhandelt. Nur der Aktien-Teil.
Der ETF-Teil läuft als Dauerauftrag, jeden Monat gleich, ohne Diskussion. Das
ist der Teil, der funktioniert, während du das Thema vergisst. Nur beim
Aktien-Teil entscheidest du monatlich neu. So bleibt die Denkarbeit klein und
trifft genau den Teil, wo sie überhaupt etwas ändern kann.
| Meine Aufteilung: ______ € Kern · ______ € Satelliten · ______ € Aktien
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7 · Der Monatsablauf
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Vier Schritte, zwanzig Minuten.
1 · Die festen Sparpläne laufen von allein.
Kern-ETF und Satelliten sind eingerichtet, sie ziehen ihren Betrag
automatisch. Hier ist nichts zu tun — und genau das ist der Punkt.
2 · Watchlist durchgehen.
Für den variablen Teil: die zehn Namen ansehen, bei den interessanten die drei
Fragen aus Kapitel 4b anlegen.
3 · Ein bis zwei Kandidaten auswählen.
Nicht fünf. Wer 100 € auf fünf Titel verteilt, zahlt fünfmal Gebühren für
Positionen, die zu klein sind, um etwas auszumachen.
4 · Bleibt Geld übrig oder überzeugt nichts — alles in den Kern-ETF.
Schritt 4 ist der wichtigste Satz dieses Dokuments. Er verhindert den
häufigsten Anfängerfehler: monatelang auf Bargeld sitzen und auf den perfekten
Moment warten, der nie eindeutig ist. Warten hat immer ein Verfallsdatum. Was
am Monatsende nicht platziert ist, geht in den Kern. Damit ist das Geld
investiert, breit gestreut, und die Entscheidung ist gefallen.
Time in the market beats timing the market
Der bekannteste Satz zum Thema, und er stimmt: Die Zeit im Markt schlägt das
Timing des Markts. Wer auf den richtigen Einstiegsmoment wartet, verliert an
den Monaten, in denen er nicht dabei war, mehr als er am besseren Kurs
gewinnt. Und weil die stärksten Börsentage sich nicht ankündigen, verpasst man
mit dem Warten regelmäßig genau die.
Wichtig ist, was daraus nicht folgt. Kapitel 4 fragt, ob eine Aktie unter
ihrem 12-Monats-Hoch steht — ist das nicht auch Timing?
Nein, und der Unterschied ist der Kern der ganzen Sache: Dein Geld ist jeden
Monat vollständig investiert. Du entscheidest nur, wohin es geht — nie, ob.
Findest du einen Kandidaten, kaufst du ihn. Findest du keinen, kaufst du den
Kern. In beiden Fällen ist das Geld am Monatsende im Markt.
Timing wäre: „Ich warte, bis die Börse gefallen ist.“ Das hier ist: „Ich
investiere sowieso — und schaue nur, wo es gerade günstiger ist.“ Der erste
Satz kostet Rendite, der zweite nicht.
Und wenn dir das alles zu viel Aufwand ist?
Dann richte nur den Kern-ETF als Dauerauftrag ein und lass Kapitel 3 bis 7
weg. Das ist kein schlechterer Plan. Ob monatliches Neuentscheiden am Ende
mehr bringt als stumpfes Weitersparen, ist eine offene Frage — sie lässt sich
seriös erst nach vielen Jahren beantworten, weil kurzfristige Unterschiede
fast vollständig Zufall sind. Wer den Aufwand nicht will, verpasst nichts
Nachgewiesenes.
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8 · Verkaufen
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Kurz, weil es kurz ist.
Der Plan läuft über Jahrzehnte — verkauft wird erstmal gar nicht.
Kursrückgänge sind der Normalzustand und kein Grund; wer bei −30 % verkauft,
macht aus einem Buchverlust einen echten.
Wenn ein Notfall kommt, wird verkauft. Das ist richtig und keine Niederlage.
Der Plan hat sich deinem Leben anzupassen, nicht umgekehrt. Genauso, wenn sich
deine Lage grundsätzlich ändert: Wohnungskauf, Familie, Jobwechsel. Dann wird
der Plan angepasst — bewusst und in Ruhe, nicht in Panik nach einer
Schlagzeile.
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9 · Mein Plan
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Die Seite, die am Ende übrig bleibt. Ausdrucken oder abtippen.
MEIN SPARPLAN erstellt am: ____________
Monatsbetrag gesamt: ________ €
KERN
ETF: ______________________________________ ________ €
SATELLITEN
1. ____________________________________ ________ €
2. ____________________________________ ________ €
3. ____________________________________ ________ €
EINZELAKTIEN (variabel, monatlich entschieden) ________ €
Watchlist siehe Kapitel 4c
AUSFÜHRUNGSTAG: ______ ERSTE AUSFÜHRUNG: ______________
Meine Regel, wenn nichts überzeugt:
→ alles in den Kern-ETF
Überprüfung des Plans: einmal im Jahr, am ______________
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Anhang A · Wenn du es später genauer willst
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Drei Dinge, die interessant werden, sobald der Plan ein Jahr läuft — vorher
nicht.
Feste Schwellen statt Bauchgefühl.
Statt „deutlich unter dem Hoch“ kann man einen Wert festlegen und sich daran
binden. Üblich ist, breit gestreuten ETFs eine kleinere Schwelle zu geben als
schwankungsfreudigen Einzelwerten — etwa −10 % bei ETFs, −15 % bei etablierten
Konzernen, −20 % bei Wachstumswerten. Der Vorteil ist nicht Präzision, sondern
dass man nicht jeden Monat neu verhandelt.
Positionsgrenzen in Prozent, nicht in Euro.
Irgendwann wird eine Position groß, und die Frage kommt, ob man noch nachlegt.
Eine Grenze in Prozent des Depots ist einer in Euro überlegen, weil ein fester
Betrag altert: 750 € sind bei 13.000 € Depot rund 6 %, bei 25.000 € nur noch
3 % — dieselbe Zahl bedeutet plötzlich etwas anderes.
Freistellungsauftrag.
In Deutschland bleiben Kapitalerträge bis 1.000 € im Jahr steuerfrei (2.000 €
bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren), aber nur, wenn du deiner Bank einen
Freistellungsauftrag erteilst. Das ist ein Formular von zwei Minuten und wird
regelmäßig vergessen. Hast du mehrere Depots, musst du den Betrag aufteilen.
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Anhang B · Lass dich durchfragen
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Wenn du Zugang zu Claude, ChatGPT, Gemini oder einer ähnlichen KI hast: Lade
diese Datei hoch und schick den folgenden Text mit — derselbe wie ganz oben.
Dann bekommst du das Arbeitsbuch als Gespräch, mit aktuellen Kursen, die hier
bewusst nicht stehen.
Der Text muss mit.
Lädst du nur die Datei hoch, fasst die KI sie zusammen und fragt, was du
willst — das ist nicht falsch, bringt dich aber keinen Schritt weiter.
Führe mich durch den Leitfaden, den ich dir gerade gegeben habe.
Regeln:
- Stelle mir die Fragen einzeln und warte auf meine Antwort.
- Kein Kapitel überspringen, auch nicht Kapitel 1.
- Bei Kapitel 4 schlägst du mir je Branche drei Kandidaten aus den
größten 100 Unternehmen weltweit vor und nennst für jeden den
aktuellen Abstand zum 12-Monats-Hoch.
- Empfiehl mir nichts. Zeig mir die Zahlen und lass mich entscheiden.
- Am Ende schreibst du mein Ausfüllblatt aus Kapitel 9 fertig aus.
Die KI kennt die aktuellen Kurse und kann dir das Nachschlagen abnehmen. Sie
kennt aber nicht deine Lebenssituation — die Antworten aus Kapitel 1 musst du
selbst geben, und sie sind die einzigen, bei denen es kein Vertun gibt.
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| Zum Schluss, unmissverständlich: Dieses Dokument dient der Bildung und
| der eigenen Meinungsbildung. Es ist keine Anlageberatung und enthält
| keine Empfehlung, bestimmte Wertpapiere zu kaufen, zu halten oder zu
| verkaufen. Die genannten Firmennamen sind Beispiele zur Orientierung,
| keine Auswahl und keine Bewertung. Kapitalanlagen können an Wert
| verlieren, bis hin zum Totalverlust. Steuerliche Angaben ohne Gewähr —
| im Zweifel fragst du eine Steuerberaterin oder einen Steuerberater.
| Jede Entscheidung triffst du selbst und auf eigenes Risiko.